Lukas Kapelle

23. April 2010

Lesung in der Lukaskapelle Hellmannshofen
Steffen Burk - Der Weg

Was lag näher, als bei dem von der UNESCO eingeführten „Tag des Buches“ eine Lesung zu Veranstalten. Das Interesse der Literaturfreunde war groß und in der Lukaskapelle wurde es bald gemütlich eng. Der Vorsitzende der Kultur O.H.G., Kurt Kochendörfer erinnerte in seiner Begrüßung auch an den „Kollegen“ Mark Twain, dessen Todestag sich zu 100sten Mal jährte. Dabei ging dann doch ein schmunzeln durch die Reihen, aber auch Mark Twain hatte ja einmal mit seinem ersten Roman angefangen, bevor er zum Aushängeschild der amerikanischen Literatur wurde.
Steffen Burk, 1986 in Crailsheim geboren wuchs in Waldbuch auf. Nach dem Abitur begann er im Herbst 2007 sein Studium der Germanistik und der Philosophie an der Universität Stuttgart. Aus der Beschäftigung mit philosophischen Schriften, der Lektüre fantastischer Literatur und seinem - schon seit der Jugend bestehendem - Interesse an der antiken griechischen Kultur, entstand sein erster Roman "Der Weg". Diesen hatte er noch während der Abiturzeit begonnen und nach drei Jahren vollendet.
Stehend, mit ruhiger Stimme und bei guter Akustik las er aus dem ersten Kapitel. Schon hier wurde der gefühlte Mangel an Perspektiven der Hauptperson, eines jungen Mannes, herausgearbeitet. Nach einem Unfall, für den er eine
Mitverantwortung trägt, durchschreitet er eine mythische Welt und trifft Morpheus, der ihn zur Erkenntnis bringen will. Beim Göttertreffen auf dem Olymp, beobachtet
er in seiner Traumwelt einen Disput zwischen Dionysos, Athene und Aphrodite. Die drei Gottheiten wollen ihm Anstöße für sein Handeln geben, verwirren aber mehr als sie helfen. Welchen Weg er wählen soll, muss er letztendlich doch selbst entscheiden.
Steffen BurkSteffen Burk will mit seinem Roman die Leute zum Nachdenken bringen, er will nicht unterhalten. Offen gibt er zu, dass sich der Stil im Laufe des Buches geändert hat, ja gereift ist. Seit September letzten Jahres schreibt er an einem neuen Roman, von dem er in der Kapelle eine Leseprobe vortrug. Gefühle, vergangene Liebe, in Whisky ertränkte Erinnerungen; beim diesmal nicht in der Ich-Form geschriebenen Roman scheint Hauptfigur Andreas zu warten, das seine Welt für ihn in Ordnung gebracht wird. Er selbst zerfliest derweil in Selbstmitleid. Der Rest ist noch Geheimnis des Autors oder muss sich noch entwickeln. Wir sind gespannt auf den neuen Roman.

Da auch „Tag der deutschen Bieres“ war und die Kultur O.H.G. Getränke und etwas zu Knabbern bereit gestellt hatte, kamen noch viele interessante Gespräche in Gang und ein sichtlich entspannter Autor konnte noch einige Bücher signieren.

Steffen Burk Steffen Burk