HOHENLOHER TAGBLATT
17. Juli 2002
 Konzert / „Annâweech“ in Oberspeltach

Fast schon Nationalhymne
VON PETER NOACK

Bei bestem Wetter fand das erste „Open Air“ der Kultur O.H.G. Frankenhardt in Oberspeltach statt. „Annâweech“ spielte Musik aus Hohenlohe.
 

Oberspeltach Die Band aus dem Kochertal waren gut gelaunt, und die Erwartungen der Zuschauer wurden nicht enttäuscht: starke Musik, trockener Humor und deftiges Essen – eine Veranstaltung im Hof der Burgberghalle, bei der wirklich alles gepasst hat.

Seit 1995 sind die fünf Musiker als „Annâweech“ in sämtlichen Hohenloher Tälern bekannt. Nach Oberspeltach zu finden, war allerdings nicht einfach, wie Frontmann und Sänger Molle öfters betonte. Aber sie hatten das Speltachtal pünktlich gefunden und sich gewundert, dass sich mitten in der Woche doch so viele Leute versammelt haben. Deftiges Vesper mit Käse oder Hausmacherwurst, Saure Zipfel , ein „Krügle Mouschd“ - und das Konzert konnte beginnen. „Ess-Kultur der anderen Art“ und Musik zusammen zu bringen ist gar nicht so abwegig.


Hohenloher Schlitzohr im Einsatz

In den Texten von „Annâweech“ geht es oft ums Essen. Der „Werdschafts Blues“ ist zum Beispiel ein Abgesang an Wirtschaften, wo´s früher „a deftigs Veschber“ gab und wo man heut türkisch, griechisch oder chinesisch essen kann. Bei „Mei Gosch duat weh“ ist das „Veschber“ die Ursache für einen Zahnarztbesuch, die Texte sind also mitten aus dem (hohenlohischen) Leben gegriffen und werden mit ausdruckstarken Worten dem Zuhörer vermittelt. In „Waasch ebbes“ geht´s um Klatsch und Tratsch, mal kein speziell hohenloher Thema.

Das „Hohaloher Land“ ist wohl schon eine Art „Nationalhymne“ geworden, jedenfalls schien der Text bestens bekannt.

Die Expedition durch Hohenlohe machte auch vor der Schöpfungsgeschichte nicht halt, aber der Titel „Herrgottnochamol“ verrät schon, dass es auch da nicht ganz ernst zugeht. Alles wurde ausführlich besprochen, doch manchmal wurde die Musik auch plötzlich unterbrochen, weil Molle oder Boutsch „no ebbes zu sooche hatten“. Nach drei Stunden sollte eine Coverversion von „Long as I can see the light“ das Konzert eigentlich beenden, aber das Publikum forderte und bekam noch ein paar Zugaben.

Übrigens „Annâweech“ spielt am 28. Juli in Crailsheim beim Saumarktfest.

 
Annaweech von links nach rechts:
Rolf Schneider (Frett), Frank Winkler (Molle), Peter Botsch (Boudsch), Harry Weber, Volker Gässler (Gassi)

 
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