HOHENLOHER TAGBLATT
10. Februar 2003
 

„The Black Gospel Singers“ – Lebensfreude pur
VON PETER NOACK

„Hallelujah“ hieß das Zauberwort, mit dem die „Black Gospel Singers“ am Samstagabend in der Sandberghalle Honhardt ihr Publikum von den Sitzen rissen. Der aus hochkarätigen Einzelmusikern bestehende New Yorker Gospelchor vermittelte Lebensfreude und afro-amerikanische Energie, der sich die Zuhörer nicht entziehen konnten.

Den rund 350 Konzertbesuchern in Honhardt wurde zwei Stunden lang alles geboten, was Freunde der nordamerikanischer Gospelmusik erwarten. Langsame, getragene Spirituals und rhythmische Gospelsongs zum mitmachen, Emotionalität, Religiosität und pure Lebensfreude, also alles was Gospel so schön macht. Gregory M. Kelly, der Leiter der Gruppe, hatte von Anfang an das Publikum fest im Griff. „Gospel ist eine fröhliche Musik“ verkündete er in einer gekonnten deutsch-amerikanischen Sprachmischung und das Publikum durfte sich bei den folgenden Titeln die Hände heißklatschen. „Oh happy day“, „He´s got the whole world in his hand“ oder „Joshua fit the battle of Jericho“ - keiner saß mehr auf seinem Stuhl! Mr. Kelly erzählte aber auch als Augenzeuge vom 11. September in New York und als dann die „Black Gospel Singers“ Enya´s „Only time“ anstimmten und im Hintergrund die bekannten Bilder des World Trade Center auftauchten wurde es andächtig still in der Halle. Wenn die Chormitglieder als Solisten das Mikrofon ergriffen, wurden ihre stimmlichen Qualitäten richtig deutlich. Weltliche Lieder wie Lennon´s „Imagine“ oder Clapton´s „Tears in heaven“ wurden gekonnt interpretiert.

 

Und dann war da noch „Sista B“. Schon mit 3 Jahren hatte Bernice Harley mit dem Gospelgesang begonnen und was sie in der Halle an sängerischen Qualitäten, Mimik und Gestik bot war internationale Klasse und ließ sie schnell zum Publikumsliebling werden.
 

Die Wechselbäder der Gefühle gingen weiter, die Jugend durfte auf der Bühne mitmachen und schließlich ging das Konzert seinem Ende entgegen. Doch da dies das letzte Konzert in Deutschland war, gab es noch einen bewegenden Abschied von der Tour Crew bei der auch auf der Bühne Tränen flossen. Seit dem 15. November waren sie unterwegs, eine lange gemeinsame Zeit. Die Zugaben ließen die Tränen wieder trocknen, die „Black Gospel Singers“ verabschiedeten sich vom Publikum, es gab noch Autogramme und den zufriedenen Gesichtern nach war der Kultur OHG wieder ein schöner Abend gelungen.

 

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