HOHENLOHER TAGBLATT 
Samstag, 31. März 2001
creme de cologneKONZERT / In Honhardter Halle

Allererste Sahne

Salonorchester gab ein gefälliges Konzert

In jedem Fall gut gewählt hatten die Konzertbesucher einer Veranstaltung der Kultur O.H.G. Frankenhardt. Das Salonorchester „Crème de Cologne“ unter Leitung von Julia Gräber war wirklich erste Sahne. Das Orchester spielt, in Besetzungen vom Quintett bis zur Bigband, mit klassischen Instrumenten Musik, die man im weitesten Sinne zum Entertainment zählen kann. In der Sandberghalle in Honhardt traten die Musiker als Quintett auf. 

VON PETER NOACK

Crème de CologneHONHARDT „...wünschen wir einen schönen Abend mit „Crème de Cologne“! Nach der Einführung des Vorsitzenden der Kultur O.H.G., Kurt Kochendörfer, wurde das Mikrofon beiseite gelegt und es ging ganz ohne Technik weiter. Die Kölner hatten ein Programm zusammengestellt, das quer durch die Jahrhunderte in Europa führte. Eine gelungene Mischung, von Barock über Klassik und Romantik bis hin zu Operetten und Schlagern des 20. Jahrhunderts. Auszüge aus 300 Jahren Musik, mit Klängen von Johann Strauß, Lehár, Kálmán, Vivaldi, Offenbach ... flott und mit geschickten Arrangements professionell dargeboten. 

Löste der Blick ins Programm bei manchem noch Stirnrunzeln aus, so gab es bei der Musik dann ein „akustisches déjà vu“ Erlebnis. Das Präludium aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier (1636 –1704) kennt man dann doch eher als „Eurovisionsmelodie“ im Fernsehen. 

Julia Gräber führte das Publikum gekonnt durch das Programm und gab kurze Erläuterungen zu den einzelnen Stücken. Nach dem, zum Regenwetter hervorragend passenden, Largo aus den Vier Jahreszeiten von Vivaldi, wurde der Winter musikalisch beendet und es ging feurig und flott weiter mit dem „Ungarischen Tanz Nr.5“ von Brahms. 

So reihte sich eine bekannte Melodie an die andere und die vier Musikerinnen mit männlicher Unterstützung am Kontrabass begeisterten das Publikum in der Sandberghalle durch ihr technisch gekonntes und harmonisches Zusammenspiel. Erstaunlich gut war auch die Akustik in der Halle, da die Musiker auch bei der Ansage ganz ohne die heute so beliebte Elektronik auskamen. 

Crème de Cologne

Die Pause bot dann Gelegenheit, dem mit soviel geistiger Nahrung gesättigten Körper die nötigen Kalorien für die 2. Hälfte zuzuführen. Die Musikerinnen hatten sich umgezogen und im neuen Gewande spielten sie den bekannten Walzer „Gold und Silber“ von Lehár. Auch der „Kölner Komponist“ Jaques Offenbach, der leider, so die Ansage „zu früh nach Paris gezogen ist“, durfte nicht fehlen. Bemerkenswert war noch die „Pizzicato Polka“ von Johann Strauß, bei der die vier Crème de CologneStreichinstrumente nur gezupft wurden. Als Zugabe gab´s dann noch Gesang mit Klavierbegleitung und einen Charleston (ja, diesen Tanz aus den 30er Jahren) für zwei Violinen, Cello, Kontrabass und Konzertflügel! Das Salonorchester „Crème de Cologne“ bot an diesem Abend klassisches Können und gute Unterhaltung und wurde zurecht von den Konzertbesuchern mit lang anhaltendem Beifall verabschiedet. 

 

Für die Kultur O.H.G. war dies, nach den „Harmonic Brass“ 1999, eine weitere gelungene Veranstaltung.
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