Gründelhardt, 24.10.2003

Dixie und Swing in der Frankenhalle

 

Freitagabend war Jazztime in Gründelhardt. Auf Einladung der Kultur O.H.G. spielte die "Feetwarmers Jazzband" aus Heilbronn und begeisterten die gut 90 Jazzfans.

Nach Begrüßung und Gratulation zum 40sten Bühnenjubiläum durch Kurt Kochendörfer luden die sieben Feetwarmers zu einer musikalischen Reise durch Amerika ein. Eine "Sentimental Journey", die in New Orleans begann und bis in den Norden nach Chicago führte. Schon nach kurzer Zeit sprang der Funke über und keiner der Besucher konnte seine Füße mehr still halten. Die Instrumentalisten, jeder ein Könner auf seinem Gebiet, swingten von Solo zu Solo und Klarinettist Helmut Hamberger (auch Saxophon) überzeugte auch noch mit gesanglichen Qualitäten. Zwischen den Titeln moderierte "Abu" Schäfer (Tenorbanjo und -gitarre) und dabei kamen schwindelerregende Übergänge zustande: Da für´s "Drei Flüsse Medley" einer fehlte, wurde kurzerhand die "Gründel" erfunden und der Titel konnte gespielt werden. Mississippi und Neckar waren nicht beleidigt! Bei "Old man river" hatte "J.C." Resech auf seiner Posaune lange Wege zurückzulegen, aber die Pause war nahe.

Danach, gestärkt durch "Fränkische (Dixie) Zipfel", kam in der abgedunkelter Halle richtiges "Kellerfeeling" auf. "Undicided", "Bourbon Street Parade", das unvergessliche "Georgia"; der Arrangeur und musikalische Kopf der Gruppe "Flips" Phillipp (Saxophon) hatte schöne Jazzstandards zusammengestellt. Als Gründungsmitglied ist er 40 Jahre bei den Feetwarmers. Das der Mann am Kontrabass, "Dr. Jazz" Christian Brinkschmidt, seit seinem zweiten Lebensjahr in der Band spielt, hab ich dann doch nicht geglaubt. Doch so wie er spielt, ist er schon lang mit dem Jazzvirus infiziert! Ebenso Anton Jillich (Trompete): Der ist außerdem noch in bedeutenden Unterhaltungsbands, Big-Bands und Radioorchestern zu hören, wo er mit seinen Soli das Publikum begeistert. Vor der zweiten Pause, bei Duke Ellingtons "Moon Indigo" überzeugte Joe Kukula mit einem Schlagzeugsolo die letzten Zweifler: Diese Band gehört zur Spitzenklasse und es war schade, dass diesen musikalischen Genuss nicht noch mehr Leute miterleben durften. Tja, das Leben ist voller verpasster Gelegenheiten....

Nach über drei Stunden und einem verjazzten "Happy Birthday" für die anwesenden Geburtstagskinder, gab´s noch als Zugabe den bezeichnenden Titel "Home" und ein schöner Abend ging langsam zu Ende - mit Jazz aus der Konserve! Echte Fans kriegen halt nie genug!

Peter Noack

 

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