HOHENLOHER TAGBLATT
2. November 2002
 Kabarett / „Herkuleskeule“ in Honhardt

Starker Auftritt
VON PETER NOACK

HONHARDT Der Beweis ist erbracht: Die Herkuleskeule gehört wirklich zu den besten Kabarettbühnen der Republik. Der Kultur O.H.G. und der Gemeinde Frankenhardt ist wieder eine runde Veranstaltung gelungen. Eine hochkarätige Kabarettgruppe, leckere Verpflegung und ein volles Haus – was will man mehr als Veranstalter.

Die Kabarettisten, Brigitte Heinrich, Michael Frowin und Michael Rümmler, fühlten sich auch sichtbar wohl in der nett dekorierten Sandberghalle und wie es sich für ein Kabarett gehört hatten sie auch ihre Musiker mitgebracht. Jens Wagner und Volker Fiebig eröffneten den Abend. Danach gings flott durch die Themen die Deutschland bewegt: die Wahlen, Steuern, Wirtschaftsflüchtlinge und da die Rahmenhandlung auf einer Wohltätigkeitsparty spielt, kam auch der „Scheiß Kapitalismus“ und die Kluft zwischen arm und reich nicht zu kurz. Viel Freude hatten die anwesenden Lehrer sicher auch an den Bemerkungen zur PISA Studie. Das schlechte Abschneiden sei kein Wunder. „Nur noch saufen und rauchen – und bei den Schülern siehts nicht besser aus“. Humor, bei dem einem doch manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt. Nach der Pause, bei der richtiges „Wohltätigkeitspartyfeeling“ aufkam, wurden wir vom „Ordnungsamt“ über das Zusammenleben des „Ostasiatischen Lappenrüsslers“ mit der „Dörrobstmotte“ informiert und waren sofort mitten in der „Ausländer“ Thematik. Ein Höhepunkt war sicher Brigitte Heinrich als eingeschleuste Putzfrau aus „Niznenowgorod“, die neben dem Putzen noch Telefonsex machte.

Auch der schönste Abend geht zu Ende, das Programm war „Abgegessen“ und die Kabarettisten hatte deutlich gemacht, wo die Keule hängt: Nur Comedy und Klamauk sind zuwenig, gute und intelligente Inhalte sind wichtigster Bestandteil eines anspruchsvollen Programms.

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