Holger Blüder - eine Hommage an Erhard und Kreisler


      
Zu unsrem Konzert mit Holger Blüder konnte Kurt Kochendörfer doch noch zahlreiche Besucher begrüßen und, um es vorweg zu nehmen, unsere Gäste hatten einen unterhaltsamen Abend.

Hier ein paar Bilder zur Erinnerung an einen schönen Abend mit schon ein bischen bösen Liedern!
Presseartikel
Übrigens hatte Holger Blüder nicht nur Lieder von Erhard und Kreisler im Gepäck, auch der Name Bodo Wartke fiel des öffteren.
Den muss man sich merken, er ist Kleinkunstpreisträger 2004 und deshalb hab ich noch 2 Texte von ihm angefügt.
Viel Spaß beim nachlesen! Bitte nicht ernst nehmen!
Holger Blüder



Ja, Schatz!


Ich liebe sie nicht mehr. Sie behandelt mich wie Dreck.
Früher liebt‘ ich nichts so sehr wie sie. Jetzt will ich nur noch weg.
 
Sie meckert immerzu und quält mich bis auf’s Blut.
Ganz egal, was ich auch tu‘, sie findet es nicht gut.
 
Sie ist ein wahrer Drachen,ein gemeiner und perfider!
Ich muß dem ein Ende machen,doch ich sage immer wieder:

„Ja, Schatz! Du hast natürlich Recht.
Ja, Schatz! Ja ich weiß, das war schlecht.
Ja, Schatz! Nein, ich möchte keinen Streit.
Ja, Schatz! Es tut mir schrecklich leid.“

Das kann doch gar nicht sein, ich meine „nein“ und sage „ja“.
das war schon immer mein Problem, auch damals vor’m Altar!

Der Teufel soll sie holen! Sie bringt mich noch ins Grab!
Doch ein Freund hat mir empfohlen: „Mensch! Jetzt hak‘ die Sache doch mal ab!“

Na klar! Genau! Die Idee ist genial!
Na warte, Frau! Wenn du mich wiedermal

mit deiner spitzen Zunge piesackst, hack‘ ich die Sache ab mit der Axt!
Auch wenn du dann Reue beteuerst - zu spät! Ich hol’ die Axt!

Das war das letzte mal, daß du rumzukeifen wagst, weil: Ich hab’n Beil.
Ich will, daß du winselnd in dir zusammensackst, wenn ich vor dir stehe

mit der Axt, weil du unentwegt an meinen Nerven nagst,
mit der Axt, weil du mich mit plumpen Platitüden plagst,
mit der Axt, weil du alle meine Freunde mir verjagst,
weil die Axt das einz’ge ist, was da noch hilft, wenn du mich fragst.

Ich stell’ mir grade vor, ich schneide dir ein Ohr ab.
Ach was, papperlapapp. Ich schneide beide ab.

Ich schwinge guter Dinge meine Axt und singe,
als ich mit der Klinge deinen Hals durchdringe.

Ich treibe eine Kluft durch Luft- und Speiseröhre,
zertrenne Muskelstränge, wobei ich leise höre,

wie schön dir doch im Nacken deine Knochen knacken.
Doch genug der Worte, Taten warten!

Ich gehe in das Bauhaus und suche mit Bedacht
eine Axt für meine Frau aus und warte auf die Nacht.

Ich schleich’ mich in ihr Zimmer, da liegt sie tief im Schlaf
auf ihrem Bett wie immer und schlummert still und brav.

Der Wind bläht die Gardine, und ich freu’ mich: Gleich geschieht’s!
Da sagt sie mit verschlaf’ner Miene: „Tür zu! Hier zieht’s!“

„Ja, Schatz! Ich mach’ die Türe zu.
Ja, Schatz! Sofort, Schatz! Dann hast du deine Ruh’.
Ja, Schatz! Ich hab’ auch das Fenster zugemacht.
Ja, Schatz? Ich geh’ schon. Gute Nacht!“

Na ja, was soll’s? Hack’ ich halt Holz.
(2000)

 


Das letzte Lied vor der Pause

Jetzt kommt das letzte Lied vor der Pause, also los!

Wurd’ auch langsam Zeit! So, wo sind hier die Klos?

Das ist die Gelegenheit für den Gang auf das WC,

doch offensichtlich hatte ich nicht als einz’ger die Idee... nee!

 

Die Schlange vor dem Damenklo ist kilometerlang.

Alles steht und nichts bewegt sich bis draußen auf’n Gang.

Beim Herrenklo hingegen geht man rege ein und aus,

kein Vergleich zum Stop & Go des lahmen Damenstaus.

 

Fröhlich grinsend schlendere ich an all den Frauen vorbei,

neidvolle Blicke treffen mich aus der ganzen Reih’.

Ich blicke aufmunternd zurück und geh’ ins Herrenklo hinein.

Manchmal ist es schön ein Mann zu sein!

 

Ich steh’ mit ein paar anderen Männern vor dem Pissoir

voller Schadenfreude über die arme Frauenschar, haha!

Da öffnet sich mit lautem Knall die Eingangstür,

und ich höre eine Frauenstimme hinter mir:

 

 „Hallo Jungs! Laßt euch nicht stör’n! Doch, wißt ihr, nebenan

bei uns vor’m Damenklo ist die Schlange ziemlich lang.

Deshalb komm ich mal zu euch... - Hey, jetzt kriegt mal keinen Schreck!

Ich schau euch schon nichts ab und bin auch gleich wieder weg.“,

 

sagt sie und schließt hinter sich die Tür vom Abort.

Wir alle stehen wie erstarrt, und keiner spricht ein Wort.

Nichts geht mehr, und ich fühle mich als stünde ich im Stau...

Manchmal wär’ ich auch ganz gern ‘ne Frau.

 

Manchmal wär’ ich auch ganz gern-

Manchmal wär’ ich auch ganz gern-

Manchmal wär’ ich auch ganz gern ‘ne Frau.

Pause!

(2001)