Anette Heiter

Susanne Schempp

  Bernhard Birk               Dorothée Götz













Honey Pie in Honhardt

Das Namen gebende Stück von den Beatles kam leider nicht zu Gehör, die drei Sängerinnen hatten allerdings einige Überraschungen im Repertoire. So präsentierten Susanne Schempp (Mezzosopran), Anette Heiter (Alt) und Dorothée Götz (Sopran) als Vocal-Trio einen vergnüglich unterhaltsamen Abend. In der Sandberghalle wurde das Trio von dem Stuttgarter Jazzpianisten Bernhard Birk begleitet.
Zum richtigen Fingerschnippen verurteilte Anette, von Beruf Amtsrichterin in Stuttgart, das Publikum gleich zu Beginn bei „Java Jive“. Beeindruckend die Swingversion des Discohits „I will survive“, fast schöner als das Original.
Auch solistisch konnten sich die „Honigkuchen“ hören lassen. Erst melancholisch, dann feurig, entführte Dorothee Götz hochschwanger aber stimmgewaltig nach „Spain“ von Chick Corea - aufregend neu und anders, vielleicht nicht jedermanns Geschmack.
Kurt Weills „Surabaya Johnny“ wurde mit Annettes rauchigem Timbre überzeugend zu „Untertürkheim Johnny“ und in die deutsche Fußballwelt versetzt.
Inzwischen ist Herrmann im Publikum ausgespäht worden und ihm wurde auch gleich ein Lied gewidmet: „Herrmann kommt heute zum Essen“ – tiefschwarz, doppeldeutig und für ihn schlecht ausgehend: es gibt Knollenblätterragout, das ihn außerstande setzt, sich einer anderen zuzuwenden. „Herrmann gibt es heute zum Essen – den Rest frier ich ein, Herrmann wird noch lange bei mir sein.“ Dieser augenzwinkernde Verweis auf die nüchterne Sparsamkeit der schwäbischen Hausfrauen hatte die Lacher des Publikums sicher. Als Veranstalter distanzieren wir uns natürlich von dieser Art, einen Freund langfristig an sich zu binden!


Danach wieder ganz intensive Momente mit „Over the rainbow“ und bei der Gospel-Hymne „His eye is on the sparrow“ zeigte Susannes warme Stimme, dass Amerika mitten in Honhardt liegen kann. Sängerinnen und Publikum hatten sich eine Pause verdient bevor es mit „Operator“ in die zweite Halbzeit ging. Sonnenblumen wurden verteilt und ein Sprung in die Flower-Power-Zeit heizte die Stimmung weiter auf. Ob bei „Monday-Monday“, „Dream alittle dream“ oder „Califoria Dreaming“, das Sonnenblumen schwingende Publikum kam ins träumen und die a-capella-Version von Paul Simons „Still crazy after all these years“ weckte bei weiten Teilen des Publikums Erinnerungen an die eigene Jugend. „Böny“ Birk leitete am Piano mit „Satisfaction“ ein Stones/Beatles Medley ein (das darf man eigentlich nicht mischen) wechselt zu „As Tears go by“ unterlegt „Paint it Black“ auch noch mit „Take Five“, leiht sich „Got to get you into my Life“ und kehrt dann zurück zu „Ruby Tuesday“. Nach so viel Nostalgie war es Zeit, eigene Erfahrungen zu verbreiten. „Kleine Männer sind die Besten, das kann jeder selber testen“ wurde da behauptet und wie sich später herausstellte, waren Männer unter 2,10 Metern gemeint. „And now, the end is near…“ – so beginnt Frank Sinatras „My way“ und mit ihrer Version “Er kann spülen” läuteten Honey Pie das Ende des Programms ein. Bei „Die Fee“ wünschten sie sich noch freundlichen Service bei der Post (da haben die im Raum Stuttgart wohl noch Probleme). Das war bereits die geforderte Zugabe, dem die drei von Honey Pie unter viel Schlussapplaus „Und tschüss“ hinzufügten. Es gab noch Blumen von der Kultur O.H.G. für Susanne, Anette und Dorothée, die es verstanden hatten
ihr Publikum abzuholen und ihre gute Laune zu verbreiten. Mit Bernhard Birk am Flügel überzeugte die Formation musikalisch durch und durch und gab ihr breites Spektrum an Tonlagen und Talenten preis. Wie hieß es doch: „Ist es nicht blöd, wie schnell die Zeit vergeht.“
pn