Mittwoch, 02. April 2003

Das Konzert mit Hannes Wader

HONHARDT Ein großer Tag für die Kultur O.H.G.: Ausverkaufter Abend, gute Stimmung, was will man mehr als Veranstalter. Der große "Run" auf die Karten fand allerdings erst zwei Tage vor Konzert statt. Die Wader Frühjahrstournee begann in Flensburg, Lübeck, Hamburg, Hannover usw. und endete in Regensburg. Dazwischen lag - kaum zu finden - Frankenhardt-Honhardt.

Das Publikum in der Sandberghalle war zahlreich erschienen um die lebende Legende aus der Liedermacherzeit zu feiern und vorn auf der Bühne stand er dann - Hannes Wader.
Seit fast 40 Jahren auf der Bühne aktiv, natürlich älter geworden aber weiterhin ein genialer Gitarrist, ein großer Dichter und Liedermacher. Es wurde kein Oldieabend, an dem man seinen Jugenderinnerungen nachhängen konnte, es sei denn, man blickte zurück, wie man sich früher aktiv für Frieden und Menschenrechte eingesetzt hat. Was bei vielen theoretisch noch vorhanden ist, vertritt Wader öffentlich auf der Bühne. "Ich wünsche mir ein heißeres und mutigeres Herz" singt er in "Wünsche". Mit 60 ist es ihm wohl erlaubt, ein wenig zurück zu blicken auf die "Kleine Stadt" in Frankreich, wo er sich immer wieder mit Freunden trifft, auf seine "Erste Liebe", ein Titel der romantischer klingt als er ist oder in "Schön ist die Jugend" und "Schön ist das Alter" seine ironischen Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Einen Wader-Klassiker gab´s aus dem Jahre 1972 und der Text, "seh die Kriege, die Not, schon so lang" ist traurigerweise über die Jahre aktuell geblieben. Als aktuelles, noch nicht veröffentlichtes Anti Kriegs Lied hatte Hannes Wader das alte amerikanische Volkslied "Can the circle be unbroken" umgetextet und der Saal durfte den Refrain mitsingen.
"Sag mir wo die Blumen sind" und "Es ist an der Zeit" erinnern an die zwei Weltkriege. Um letzteres Lied ging es, als Hannes Wader erzählte, dass seine Lieder von Neonazis gegrölt werden und wie er darunter leidet und nichts dagegen tun kann, wenn seine Texte ins Gegenteil verkehrt werden.
Immer wieder erstaunt es, wie er mit seiner Stimme und seiner Gitarre die Lieder vorträgt - da klingt nichts "dünn", da fehlt kein "Hintergrund", variiert wird lediglich durch zwei Gitarren (natürlich von "Martin" wie bei Reinhardt Mey) und das Benutzen oder Weglassen von Fingerpicks. Kleiner Trost an alle denen "Heute hier, morgen dort" gefehlt hat: 30 Jahre lang hat er es bei jedem Konzert gespielt, er und das Lied haben sich eine Pause verdient. "Ade zur guten Nacht" war ein frommer Wunsch, es gab noch Zugaben und für mich, als bekennender Wader Fan war der Abend ein tolles Erlebnis. Da man so ein Konzert erleben muss und nicht beschreiben kann geb ich´s jetzt auf und überlasse Herrn Wader das vorletzte Wort mit einem Zitat aus "Schön ist die Jugend"
Nach und nach wurde ich mit meinen Liedern bekannt
aber meine Mutter, die sie abstoßend fand
meinte, ich solle mich mal was schämen
Und mir an meinem Freund ein Beispiel nehmen.
An der Art, wie der seine Verse setzt
so sensibel und fein, dass es niemand verletzt.
Ich will hier den Namen des Freundes nicht nennen
weil Reinhard ja noch lebt und ihn alle kennen
denn von denen, die auch schöne Lieder schrieben
sind fast nur noch wir beide übrig geblieben.
Traurig, aber nahe an der Wahrheit!                                                      Biografie von Hannes Wader
Peter Noack

 

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